Nicht planen, einfach drauflos, sehen was kommt !
880 km in 6 Tagen quer durch viele Natur- und Nationalparks Andalusiens.
Volle Campingausrüstung mit Luftmatratze, Sleep in Bed und Quechua 2- Mann Zelt für viel Platz alleine und einen Schubanhänger mit 1 kW Batteriepack, der die Berge "plättet", das Abenteuer kann beginnen.
Diesen "Traum" hatte ich während meiner Berufszeit oft, konnte ihn aber mangels Zeit nie erfüllen. Da Träume in die man durch Gedanken viel Energie gibt sogenannte "Elementale" bilden, galt es jetzt also dieses "Elemental" durch Erleben aufzulösen und zu sehen, was für eine Lernaufgabe dahinterstand.
Müheloses Reisen mit Elektrounterstützung, fast schon wie Schweben über die Berge.
Theoretisch ist das möglich, wenn einen nicht der innere Antreiber zu mehr "Unterstützung" zugunsten der Reichweite treibt. Mein altes Marathonherz wollte einfach immer wieder mal durchblicken und hat mich zu mehr Anstrengung genötigt, als es gebraucht hätte.
Trotzdem ist es eine ganz andere Art des Reisens. Die wirkliche Anstrengung merkt man erst, wenn man die 40 kg Anhängelast ohne Motorunterstützung die Berge hochhiefen darf.
Da schätzt man erst wieder richtig die Power des E-Motors. Es wird schon fast "normal" mit 20 - 30 km/h die Berge hochzudüsen wie es vielleicht mal die schnellsten Radprofis schaffen.
Und Berge gibt es in Andalusien viele, sagen wir mal es gab auf der Tour wenige gerade Strecken.
Dieser Bericht soll nicht die üblichen Tagesleistungen und Routen darstellen sondern die Erfahrungen vermitteln, die ich auf dieser Tour gewinnen konnte.
Meist so nach 70 km Auf- und Ab- Strecke galt mein Blick nach einer Ortschaft zum "NACHTANKEN".
Mein Blick suchte in den Bars und Restaurants zuerst immer einer Steckdose im Außenbereich. Da diese meist nirgends vorhanden war, suchte ich diese in Türnähe, wo ich mein Verlängerungskabel anstecken konnte. Die meisten Barbesitzer waren sehr hilfsbereit um mir ein Aufladen zu ermöglichen.
Während den zahlreichen Pausen auf meiner Tour galt meine Aufgabe neben dem Kartenstudium der Beobachtung der Personen, die ein- und ausgingen.
Die Andalusier aßen und tranken zumindest in der "Vor-Crisis- Zeit" ja hauptsächlich in ihren Bars, deswegen gibt es ja fast an jeder Ecke eine. Sie genießen ihren Kaffee oder ihr Bier, reden belangloses Zeug über die Politik, Wetter, Gesundheit.
Fast kein Unterschied zu anderen Ländern ? Doch ! Es ist diese Herzlichkeit die von diesen Menschen ausgeht, eine Herzlichkeit die nicht gespielt wird, sondern einfach normal ist.
Egal welche Hektik gerade sein mag, wieviele Personen auf Bedienung warten, Höflichkeit, Ruhe und vor Allem Kinder haben immer Vorrang. Es gibt keine STRESS, weil dieser per Definition einfach nicht da ist. STRESS ist ja nichts, was einfach kommt, er wird ja von Menschen gemacht, also kann man sich auch für Ruhe und Gelassenheit entscheiden.
Für Andalusier das Normalste der Welt.
Natürlich gibt es mittlerweile auch hier diejenige Spezies Mensch, die cool mit Sonnenbrille aus ihren schicken Autos aussteigen und glauben etwas "Besseres" zu sein. Meine Beobachtung der Menschen zeigte aber, dass ich diejenige Sorte Mensch nie lachen oder fröhlich gesehen habe, wohingegen die "einfache" Sorte Mensch sich permanent des Lebens erfreut. Man könnte fast meinen, dass die nicht wissen, dass Sie doch eigentlich nichts zu Lachen haben !
Meinen ersten Nachtplatz wählte ich in einer kleinen malerischen Ortschaft auf dem "Sportplatz".
Kurz vor dem Einschlafen jagte ein Auto mit einem jugendlichen Pärchen auf den Platz. Scheinbar suchten Sie auch nur einen ruhigen Platz, meinten dann aber es sei kein Problem hier zu campen und sausten mit kreischenden Reifen wieder davon.
Ok, ganz wohl war mir nicht so alleine auf freier Wildbahn. Ein Campingplatz wäre mir jetzt lieber gewesen, aber bueno !
In der Region Jaen gibt es eine gut 110 km lange zum Radweg umgebaute alte Bahnstrecke auf die ich gestossen bin. Man nennt Sie "Via Verde", es gibt zahlreiche auf diese Weise umgebaute alte Bahnstrecken in Spanien.
Als ich auf diese Via Verde stieß hatte ich noch 100 km bis zur Stadt Jaen vor mir.
In der ersten Ortschaft war ein alter Bahnhof zum Cafe umgebaut worden und war jetzt eine richtige Touristenattraktion. Während meiner "Ladepause" kamen zahlreiche spanische Reisebusse mit Kindern und Erwachsenen, die sich diese "Attraktion" ansehen mussten.
Ehrlich gesagt würde ich nie auf die Idee kommen, hier mit dem Bus hinzufahren um ein zum Cafe umgebautes altes Gebäude zu besichtigen, aber gut !
Die vor mir liegenden 100 km waren ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits war es schön völlig verkehrsfrei so dahinzugleiten. Andererseits ist die Hügellandschaft mit Oliven- Monokultur nicht sehr abwechslungsreich und mir wurde das Maß der Umweltzerstörung auch hier so richtig vor Augen geführt. Jetzt im Frühjahr nach dem vielen Regen im Winter spriesst eigentlich aus jeder Ritze irgendein Grad. Hier zwischen den Olivenbäumen wuchs nichts mehr, nur braune Erde war zu sehen. Während ich darüber rätselte fuhr ich schon durch den ersten "Sprühregen", den die Bauern aus Anhängern mit dicken Gebläsen wie aus Schneekanonen in die Umgebung jagten.
Da wächst kein Kraut mehr !
Wohin hat uns all der materielle Wohlstand und die Gier gebracht ? Wir bewegen uns in stinkenden Autos, die einen Putzkübel von wertvollem Rohstoff für 100 km in die Welt blasen, vergiften die Umwelt und uns selbst mit allerlei Zeug wie Deos, Sonnenmittel, Schampoos und Allerlei, das uns für wichtig verkauft wird.
Ich fiel während dem Fahren in ein richtiges moralisches Loch.
Ich merkte ja gerade, dass Elektromobilität für Jedermann leicht realisierbar wäre und damit schadstofffreie Fortbewegung möglich ist. Stattdessen arbeitete ich selbst 20 Jahre in einer Autofirma die alle Jahr unter Megastress mit 100.000 hochbegabten Menschen ein neues Blechkleid mit denselben Stinkmotor zauberte und nur dann drastische Spritreduzierungen machbar waren, wenn Sie politisch nicht mehr "zu vermeiden" waren.
Wirklich NEUES gab es nicht, wie denn auch wenn die Ölindustrie Hauptaktionär ist ???
Ich fuhr mit über 30 kg Gepäck mühelos durch die Landschaft und selbst ohne mittreten wäre es mir kaum möglich mehr als 2 KW auf 100 km zu verbrauchen, das sind 24 cent Stromverbrauch. Mit einem einzigen 200 W Solarpanel könnte ich so mühelos meinen maximalen Tagesbedarf an Mobilität umweltfreundlich abdecken. Mit der zusätzlichen Bewegung in der optimalen Fettverbrennungszone wären viele Krankheiten und alle sonstigen Erscheinungen wie Diäten, Fettabsaugen, OPs ... der NULL-Bewegungs- Gesellschaftschaft Vergangenheit.
Ich fuhr 10 Std. am Tag auf dem Rad unter sengender Hitze ( immerhin schon 33 Grad ) und hatte keine Spuren von Sonnenbrand, nicht mal eine Rötung. Früher unmöglich selbst mit Faktor 40 Creme. Nachdem ich vor vielen Jahren alles an Kosmetika, Seifen, Schampoos abgesetzt hatte baute sich mein natürlicher Schutzmantel von Haut, Haare wieder auf.
Naja, will mich nicht weiter reingraben, die Menschen wollen sich veräppeln, das ist ja eine der Lernaufgaben, die es zu erkennen gilt um dann aussteigen zu können.
Das Schlafen auf der Erde schien meinem Körper zu gefallen.
Ich hatte jede Nacht sehr klare und intensive Träume. Ich bat vor dem Einschlafen um Heilung und Reinigung meines Energiefeldes und das geschah wohl auch während der Nacht, da ich teilweise sogar in Fortsetzungen träumen konnte und es immer beim Thema blieb und die "Handlungen" nicht permanent wirr wechselten.
Auch kleinere "Wehwehchen" wie Gelenkschmerzen in Fingern verschwanden über Nacht wieder. Der feinstoffliche Körper des Menschen kann durch den direkten Kontakt mit der Erde gereinigt (geerdet) werden. Diese Erdung geht den meisten "modernen" Menschen heute ab, deswegen können gelegentliche Campingausflüge sehr heilsam wirken.
Fazit nach 6 Tagen und 900 km permanenter Auf- und Abfahrten:
Die Naturparks Andalusiens sind wunderschön und im Frühjahr / Herbst immer eine Reise wert. Wir müssen unser Bewusstsein und all unsere Handlungen jetzt selber aktiv ändern und tun was in unserem Rahmen möglich ist, um eine neue Realität im Einklang mit unserer Erde zu erschaffen.
Fotogalerie:























